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TUMULT auf Faust
ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Der Kunstverdruss

In Thomas Manns „Zauberberg“ kommt es zum Pistolenduell zwischen dem Aufklärer Lodovico Settembrini und seinem Gegenpart Dr. Leo Naphta, das ersterer für sich entscheidet. In Peter Strassers Polemik stehen sich der gottlose Humanist, der seinen Humanismus postuliert und der antihumanistische Lebenskunstphilosoph, der beim Weinverkosten in der Toskana über die neueste Theorie der Einsamen Erde schwadroniert, gegenüber. An ihnen entzündet sich die Frage nach dem Kunst- und Philosophieverdruss, auch wenn dabei keiner sterben muss.

Essay aus der Zeitschrift TUMULT

Der Reiz des Bösen in der Phantasie

„Der Mensch ist von Natur böse“, schrieb Kant, und Schelling ergänzte, des Menschen Verstand gebe das Prinzip des Bösen her. Wie das Böse sich aus der Opposition gegen Gott oder das Gute löste und erwachsen wurde, zeichnet Rudolf Burger in der Zeitschrift TUMULT nach.

Tumult auf Faust

Geheime Aufzeichnungen

Napoleon Bonapartes ‚Geheime Aufzeichnungen’, auf Korsika gefunden, aus einem unbekannten korsischen Dialekt übersetzt und herausgegeben von Paul Pörtner, sind Aphorismen vom Feinsten. Pörtner, der 1984 in München starb, war Dichter, Dramatiker, Hörspielautor, Romancier und Übersetzer. Tatsächlich wurden die ‚Aufzeichnungen’ in TUMULT gefunden.

Tumult auf Faust

Der monströse Marquis

Der Marquis de Sade war ein Aufklärer, der in der Vernunft die Quelle des Wahnsinns sah und in der Natur die Entwürdigung des Menschen. Siegfried Gerlich erklärt die anthropologische Revolte de Sades in seinem bemerkenswerten Artikel über den ‚monströsen Marquis’.

Der ›informelle‹ Dichter Sascha Anderson

Wer ist hier der Verräter?

Von den Sbirren des Papstes über die Spitzel Metternichs, die Gestapo, den KGB, die Stasi bis zur NSA hat die Geheimpolizei nicht nur überwacht, sondern auch die Freiheit der Überwachten eingeschränkt, sie weggesperrt oder in den Tod geschickt. Wer aber den Verrat heute aufarbeitet, stützt sich auch auf die Unwahrheit des Geheimdienstes, schreibt Sebastian Hennig in TUMULT.

Europas Defizite bei der Gestaltung historisch-kultureller Räume

Vom Nutzen und Nachteil geopolitischen Denkens

Das nicht zu denken, was andernorts Tatsache geworden ist, rächt sich. So ist es auch mit der Geopolitik nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus den europäischen Einschätzungen verschwand. Mit den internationalen Krisen der Gegenwart aber ist die Geopolitik in die politische Agenda zurückgekehrt. Die Deutschen werden begreifen müssen, dass sie als Macht in der Mitte Europas eine besondere Verantwortung für die Zukunft der EU haben, meint Herfried Münkler in seinem Essay.

ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Maurice Blanchot liest Marguerite Duras

Schreiben ist Sterben und Sprache Entzug. Maurice Blanchot, der im Jahre 2003 starb, sah in der Mitteilung die Abwesenheit der Welt. Ebenso entdeckte er in Marguerite Duras’ Erzählung Die Krankheit Tod in der intimen Gemeinschaft die Abwesenheit der Liebe. Ralf Rother zeichnet Blanchots Gedanken in TUMULT nach.

ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Die Heterologie

Weil im Griechischen ‚heteros’ der Andere bedeutet, steht im Zentrum der Heterologie die Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen oder zwischen den Geschlechtern. Georges Bataille hat in ‚Tumult’ über das Heterogene in der Religion, der Soziologie und der Psychoanalyse nachgedacht.

Essay aus TUMULT: Zu Francis Bacons Atelier

Im Chaos malen

»Was für ein Saustall« – das waren die ersten Worte von Francis Bacons Freund John Edwards, als er dessen überfülltes, unübersichtliches, chaotisches Atelier betrat. In seinem Essay reflektiert László F. Földényi über Bacons Atelier und dessen Bedeutung für das Werk des 1992 verstorbenen Malers.

ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Zwei Fragmente von George Bataille

Das Buch, das George Bataille Ende der Zwanzigerjahre plante und das, ausgehend von Phantasmen und Mythen, den Grund für eine neue, mythologische Anthropologie legen sollte, hat er nicht geschrieben. Erhalten geblieben ist uns aber die Vorarbeit zu diesem Projekt, die aus einem fünf Entwürfe umfassenden Dossier besteht und der folgende zwei Fragmente über die Zirbeldrüse entnommen wurden.

Essay aus Tumult

Keine Souveränität für Niemand

In seinem Essay entlarvt Frank Böckelmann die in der gegenwärtigen Diskussion um das Internet vorherrschenden Konzepte von Privatheit und Macht als Phantasmen und skizziert einen möglichen, zukünftigen Umgang mit dem digitalen Dilemma.

Tumult auf Faust

Die Mitmacher

Im zweiten Teil seiner Pathogenese der neuen deutschen Universität setzt sich Jürgen Paul Schwindt mit der Frage auseinander, was es heißt, Bildung und Wissenschaft nach Maßstäben wirtschaftlicher Effizienz auszurichten.

Essay aus TUMULT

Die Mitmacher

In seinem Text »Die Mitmacher« setzt sich Jürgen Paul Schwindt mit der »neuen deutschen Universität« auseinander. Anstelle des erkennenden Universalwissenschaftlers tritt der forschende Teilforscher, Fachbereiche werden »zu teilautonomen Dienstleistungsbetrieben« und zu Instrumenten der Waren- und sogar der Waffenproduktion.

Tumult auf Faust

Überlegungen zu Land und Meer von Carl Schmitt

TUMULT heißt jetzt »Vierteljahresschrift für Konsensstörung«. Der philosophische Schriftsteller Ralf Rother aus Wien hat sich darin Carl Schmitts »Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum« aus dem Jahr 1950 angenommen und stellt fest: Die Freibeuter sind unterwegs!

Kurzessay

Der kalte Friede

Der Berliner Schriftsteller, Künstler und Musiker Thomas Kapielski hat den Charakter unseres fast 70-jähriger Friedens – dem längsten seit erdenklichen Zeiten – durchdacht und nennt ihn, zuerst in der Zeitschrift TUMULT und jetzt auf Faust-Kultur, den kalten Frieden.

erstellt am 31.12.2014
aktualisiert am 05.1.2015